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Wie gefährlich ist die Schweizer Corona-Variante?

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Virologe schätzt Risiko ein  

Forscher in Norditalien haben eine neue Variante des Coronavirus entdeckt. Ob sie sich stark ausbreiten und damit die Pandemiebekämpfung erschweren könnte, erklärt ein Virologe.

Eine weitere Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 sorgte zuletzt für Beunruhigung. Ihr Name: B.1.1.39. Entdeckt wurde sie bei einem 57-jährigen Patienten aus Italien, der milde Symptome zeigte. Das berichtete der Generaldirektor des in Candiolo ansässigen Instituts IRCCS, Antonio Sottile, in der Schweizer Zeitung "Blick". 

Noch sei unklar, wo der Mann sich mit der Mutante angesteckt habe, so Sottile weiter. Die Forscher fanden heraus: Sie ist ähnlich ansteckend wie die Variante, die sich seit Herbst 2020 in Großbritannien verbreitet und die mittlerweile auch in Deutschland den Großteil der Infektionen ausmacht.

Tückisch ist jedoch: Der Patient, bei dem sie in Italien entdeckt wurde, soll schon einmal mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein. Nun wurde er offenbar neu infiziert. Damit wäre eine Reinfektion auch bei Menschen möglich, die bereits Antikörper gebildet hatten.

Variante B.1.1.39: Die meisten Infektionen in der Schweiz

Ihren Namen erhielt die Mutante, weil sie weltweit zu 69 Prozent in der Schweiz vorkommt. Hier wurde sie bereits mehr als 1.100 Mal bei Sequenzierungen gefunden, in Deutschland bereits rund 220 Mal, in Großbritannien rund 80 Mal. Sie taucht demnach in den meisten europäischen Ländern auf, aber auch in den USA und in Japan. Allerdings sind in diesen Ländern nur sehr wenige Fälle bekannt.

Die gute Nachricht: Forscher sehen die Wirkung der Corona-Impfstoffe nicht beeinträchtigt. Die auf dem Markt erhältlichen Vakzine wirken wohl auch gegen die neue Variante.

Grund zur Besorgnis? Das sagt ein Experte

Was bedeutet die Entdeckung dieser Mutante nun für den weiteren Verlauf der Pandemiebekämpfung? Dr. Adam Grundhoff vom Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg sieht aktuell keinen Grund zur Besorgnis. "Wie man bislang den spärlichen Daten entnehmen kann, handelt es sich bei der "Schweizer" Variante um eine Variante mit Gemeinsamkeiten zu der britischen B.1.1.7. Die Frage ist immer, ob eine neue Mutante sich gegen die aktuell vorherrschenden Varianten durchsetzen kann. Die neue Variante hat wahrscheinlich wenig Vorteil gegenüber der B.1.1.7., die inzwischen auch in der Schweiz vorherrscht", erklärt Grundhoff im Gespräch mit t-online.

Des Experten vermutet, dass sich die Mutante nicht durchsetzen wird. Fest steht ihm zufolge jedoch: "Je mehr Infektionen auftreten, desto mehr Varianten bilden sich auch heraus. Es handelt sich dabei um Kopierfehler der Virus-RNA. Durch die Sequenzierung – also die Untersuchung des genetischen Codes – können diese Veränderungen im Erbgut des Virus erkannt werden", so Grundhoff.

In Deutschland werden etwa fünf Prozent der positiven PCR-Tests dahingehend untersucht. "Hat man eine Variante gefunden, ist die Frage, inwieweit sie sich durchsetzt. In Indien  hat man zum Beispiel Veränderungen am Spike-Protein nachgewiesen, wodurch Antikörper dort nicht mehr so gut binden", erklärt Grundhoff.

Doch auch hier sei noch nicht einmal klar, ob die besonderen Eigenschaften dieser Variante für den fatalen Anstieg der Fallzahlen verantwortlich seien, oder ob dies an anderen Umständen wie zum Beispiel einem überlasteten Gesundheitssystem liege.

"Varianten sind eigentlich erst dann relevant, wenn es wissenschaftlich fundierte Daten dazu gibt, dass das Virus sich durchsetzt und zum Beispiel etwas beim Ansteckungstempo oder der Schwere des Krankheitsverlaufes verändert. Oder wenn die bislang entwickelten Impfstoffe dann nicht mehr wirken", sagt Grundhoff. Bei der Schweizer Variante sei dies aktuell nicht zu befürchten. 

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