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Was passiert mit bereits Geimpften?

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Nach Astrazeneca-Chaos  

Nach den erneuten Einschränkungen zu Astrazeneca-Impfungen sind viele verunsichert. Gibt es trotzdem eine zweite Impfung? Vielleicht mit einem anderen Impfstoff? Ein Überblick. 

Bereits Mitte März gab es wegen Thrombosefällen einen Impfstopp mit dem Vakzin von Astrazeneca. Jetzt wurde die Gruppe der Impflinge auf alle Menschen über 60 Jahre begrenzt. Was bedeutet das für diejenigen, die bereits mit dem Wirkstoff geimpft wurden?

Was passiert jetzt mit bereits Geimpften?

Nach dem ersten Astrazeneca-Impfstopp hieß es: Alle Menschen, die kürzlich mit dem Präparat geimpft wurden, hätten keine Folgen mehr zu befürchten, wenn ihre Impfung mindestens 16 Tage zurückliege. Ansonsten sollten sie einen Arzt aufsuchen, wenn sie sich noch mehr als vier Tage nach der Impfung unwohl fühlen sollten. Zu den abzuklärenden Symptomen gehören etwa starke oder anhaltende Kopfschmerzen sowie punktförmige Hautblutungen.

Generell ist ein kurzfristiger Stopp kein Problem. Denn zwischen Erst- und Zweitimpfung sollen bei Astrazeneca möglichst zwölf Wochen liegen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko).

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war bereits beim ersten Impfstopp nicht klar, ob diejenigen, die nur eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, jetzt auch mit einem anderen Impfstoff geimpft werden können. Theoretisch wäre es möglich, verschiedene Impfstoffe zu spritzen – jedoch liegen zu einer solchen Mischung keine Studiendaten vor.

Wie gut ist man nach einer Impfdosis geschützt?

Menschen, die nach einer ersten Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff wegen des vorläufigen Stopps keine zweite Dosis erhalten, müssen sich nach Ansicht von Experten zunächst keine Sorgen um fehlenden Immunschutz machen. "Nach allem, was wir wissen, ist es nicht problematisch, die zweite Impfung aufzuschieben", sagte Stefan Kaufmann, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin bereits Mitte März. "Wir haben wenig Erfahrung, was die Dauer des Impfschutzes anbelangt, weil die Studien dazu ja gerade abgeschlossen sind. Mindestens sechs Monate sollte der nach der ersten Impfung aufgebaute Schutz aber halten."

Michael Lohoff von der Philipps Universität Marburg weist ebenfalls Mitte März auf den hohen Schutz vor schweren Verläufen hin, der nach der ersten Impfung aufgebaut werde. "30 Tage nach der ersten Impfung haben wir einen sehr guten Schutz vor schweren Verläufen. Das ist schon mal super." Grundsätzlich sei eine zweite Impfung allerdings besser, um das Immunsystem neu zu stimulieren.

Dass bereits die erste Astrazeneca-Impfdosis einen guten Schutz vor schweren Verläufen vermittelt, geht unter anderem aus Daten aus Schottland hervor, die im Februar vorgestellt wurden. Demnach sank das Risiko einer Krankenhauseinweisung vier Wochen nach der ersten Dosis des Impfstoffes um bis zu 94 Prozent. Verglichen wurden bei dieser Analyse Menschen mit einer Impfung und Menschen ohne Impfung.

Kommt Astra für unter 60-Jährige denn gar nicht mehr in Frage?

Doch. Zwar soll der Impfstoff nach der neuen Vorgabe jetzt vor allem bei Menschen über 60 zum Einsatz kommen. Wenn ein jüngerer Mensch, der schon jetzt in der Impfreihenfolge dran ist, weil er zum Beispiel zu einer bestimmten Berufsgruppe gehört, sich dafür entscheidet, kann er nach Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt auch Astrazeneca bekommen.

Wäre eine Zweiimpfung mit einem anderen Impfstoff möglich?

Es gibt schon länger Überlegungen, für einen besseren Schutz etwa gegen neue Virusvarianten verschiedene Impfstoffe zu kombinieren. Also zum Beispiel auf eine erste Dosis Astrazeneca eine zweite von Biontech/Pfizer zu spritzen. "Rein immunologisch ist das unproblematisch, denn sie beruhen letztlich auf dem gleichen Impfantigen", hatte der Erlanger Infektionsimmunologe Christian Bogdan als Mitglied der Stiko gesagt. Die Wirksamkeit von Kombinationen werde derzeit in Studien untersucht. Britische Forscher zum Beispiel testen seit Anfang Februar in einer klinischen Studie die Impfstoff-Wirksamkeit bei der Kombination von Biontech und Astrazeneca in unterschiedlicher Abfolge als erste und zweite Dosis. 

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